r L’enfant du désert

Gilles de Maistre, France, Belgique, 2026o

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Sun, une jeune fille de 12 ans découvre que le récit de « l’enfant autruche perdu dans le désert » que lui raconte son grand-père depuis qu’elle est petite n’est pas un conte mais une histoire vraie. Face à ce mystère, assoiffée de réponses, elle part dans le désert du Sahara à la recherche de la vérité : qui était véritablement son grand-père et qui était ce petit garçon ? Elle découvre alors l’incroyable histoire d’Hadara, le petit enfant de tribu élevé par des autruches dans l’immensité saharienne.

Der französische Regisseur Gilles de Maistre hat sich seit seinem Erfolg mit Mia et le lion blanc (2018) auf naive, aber bildgewaltige Filme über die Freundschaft zwischen kindlichen Helden und Wildtieren wie Löwen, Wölfen, einem Jaguar oder Panda spezialisiert. Dabei gelingen ihm immer wieder frappierende Aufnahmen einer innigen Verbindung zwischen Mensch und Tier, indem er seine Protagonisten schon Monate vor den Dreharbeiten aneinander gewöhnt. Bei L’enfant du désert kommt hinzu, dass diese Geschichte eines Wüstenjungen namens Hadara, der als Zweijähriger in einem Sandsturm verloren geht und zehn Jahre lang als Schützling einer Straussenfamilie überlebt, angeblich auf Tatsachen beruht. Die schwedische Journalistin Monica Zak war 1993 bei Recherchen in der Westsahara auf diese Legende gestossen, die später von Leuten aus Hadaras einstigem Umfeld untermauert und von Zak zu einem Kinderbuch umgeschrieben wurde. Gilles de Maistres Verfilmung fügt der Geschichte von Hadaras symbiotischem Zusammenleben mit den Straussen als Zwei-, Sechs-, schliessslich Zwölfjähriger eine bezeichnende Rahmenhandlung hinzu: De Maistres eigene Tochter tritt als gefeierte jugendliche Vefasserin der Story auf, die sie als Märchenerzählung ihres Grossvaters kennengelernt hat. Bei einem Saharatrip erfährt das Teenagermädchen indes, dass es Hadara tatsächlich gab und dass er nach seiner Aufspürung durch ein westliches Filmteam als spektakuläres «enfant sauvage» vermarktet werden sollte, bis sich der Regisseur dieser frevlerischen «kulturellen Aneignung» bewusst wurde und das Projekt fallen liess. Anders gesagt: Mit L’enfant du désert kommt das postkoloniale schlechte Gewissen des Westens beim Kinderfilm an und vermittelt schon dem jüngsten Publikumssegment, dass jede Geschichte eine Ideologie mit sich führt. Gut so, doch keine Sorge: Die didaktische Zutat hindert de Maistre keineswegs am hemmungslosen Schwelgen in Bilderbuchlandschaften und der sentimentalen Selbstbehauptung seines afrikanischen Mowgli. Die Wüste ist hier ein Abenteuerspielplatz, das Überleben darin, na eben, ein Kinderspiel.

Andreas Furler

Galerie photoso

Données du filmo

Genre
Enfants/Famille, Aventure
Durée
91 Min.
Langue originale
Français
Ratings
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ØVotre évaluation6,4/10
IMDB:
6,4 (108)
Cinefile-User:
< 3 votes
Critiques :
< 3 votes

Casting & Equipe techniqueo

Kev Adams
Nahel Tran
Nahïl Bouazzaoui
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